/ Wort zum Tag

Psalm 17,15

Bibelvers

Ich will schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit, ich will satt werden, wenn ich erwache, an deinem Bilde.

Psalm 17,15

Tief im Herzen vieler Menschen lebt die Sehnsucht, Gott zu schauen. Einen Blick zu werfen hinter die Kulissen dieser Welt. An sich ist das ein berechtigtes Anliegen. Nur ist es risikobehaftet. Leicht gerät man bei der Suche in falsche Hände, wird zum Spielball böser Mächte oder lässt sich ein auf tote Götzen: auf Götterstatuen, Bilder, Maskottchen, Glücksbringer etc. Das eindrücklichste Beispiel in der Bibel ist wohl das Goldene Kalb in der Wüste. Das Volk Israel erklärte es in der 40-tägigen Abwesenheit Moses auf dem Berg zu seinem Gott und Befreier. Es ersetzte den Glauben an den unsichtbaren Gott durch den Aberglauben, das Schauen und Verehren einer sichtbaren, toten Kultfigur.

Ganz anders der König David, wenn er in Psalm 17,15 betet: „Ich will schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit, ich will satt werden, wenn ich erwache, an deinem Bild“! Diese Bitte läuft in einer guten Spur. Sie richtet sich an Gott selbst. Nur – wie ist das möglich, den unsichtbaren Gott zu schauen?! Liegt da nicht ein Widerspruch vor? Lassen Sie mich an dieser Stelle das Neue Testament heranziehen. Gott hat das menschliche Sehnen nach Sichtbarkeit ernst genommen. Er hat sich eine sichtbare Gestalt gegeben: in seinem Sohn Jesus Christus! „... das Wort wurde Mensch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit ...“, bestätigen Augenzeugen. Wir haben heute noch den beglaubigten Zeugenbericht, die Bibel, der uns zeigt, wie Jesus ist. Und wer Jesus sieht, der sieht auch seinen Vater, den unsichtbaren Gott! Wir merken aber, dass das kein Sehen mit unseren Augen sein kann. Denn Jesus ist inzwischen auferstanden und zum Vater in die unsichtbare Welt zurückgekehrt. Er hat uns wohl sein Wort und seinen Geist zurückgelassen, aber sehen mit unseren Augen, das ist der Zukunft vorbehalten.

Trotzdem fordert uns die Bibel auf, „aufzusehen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens“! Wie soll das geschehen: auf Jesus zu sehen, den man nicht sieht?! Einige mögliche Hinweise dazu: Vergegenwärtigen Sie sich Jesus – Studieren Sie seinen Liebesbrief, die Bibel; erforschen Sie sein Leben und Wirken, seine Zusagen und Verheissungen! – Lassen Sie sich erfüllen und ermutigen von seinem Geist! – Reden Sie mit Jesus! – Fragen Sie sich: Was würde er in meinem Fall tun? - Eifern Sie ihm nach! – Und: Vertrauen Sie ihm in jeder Lage!

Ein altes Wort besagt: „Was du anschaust, in das wirst du verwandelt.“ Oder anders: „Was wir wertschätzen, das prägt uns“! Man mag diese Aussage hinterfragen, aber in unserem Fall – wenn es ums Aufsehen auf Jesus geht - stimmt sie absolut! Gottes Geist macht uns Jesus ähnlich, wenn wir auf ihn schauen, d. h. unser Leben ganz nach ihm ausrichten. So lehrt es die Bibel! Und das ist der eigentliche Sinn unseres Lebens in dieser Welt, dass wir Jesus ähnlich werden! Und das Ziel der Jesus-ähnlichen Menschen wird sein, dass sie einst „ihn sehen werden, wie er ist“! Ja, noch mehr: Sie werden „ihm gleich sein“, wie die Bibel sagt! Dann wird die uralte Sehnsucht vollkommen und für immer erfüllt sein: Gott schauen und satt werden an seinem Angesicht! Freuen Sie sich darauf?

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren