/ Lied der Woche

Wie ein Kind (2/7)

„Wie ein Kind“ aus der Feder von Valerie Lill. Ein Lied mit „Zwischentönen“, aus dem eine  gewisse Melancholie herausklingt und wo ein fragender „Unterton“ spürbar ist. Vielleicht hat das damit zu tun, dass Kindsein zugleich schön und schwierig ist. Aus der Sicht von Erwachsenen haben Kinder etwas Erfrischendes, Belebendes. Aber bitte nur an der richtigen Stelle! An festlichen Tafeln oder an Orten der Hochkultur scheinen sie fehl am Platze. Kinder sind eben nicht nur kindlich-niedlich. Sie können durch ihre meist unvoreingenommene Art auch anecken, nerven, stressen. Eben wenn ein Kind Kind ist, wenn es gerade nicht pflegeleicht ist und stattdessen störrisch oder eigensinnig ist.

Wie geht Gott, wie geht Jesus um mit seinen Leuten? Nach den Worten des Theologen Dietrich Bonhoeffer auf jeden Fall sehr liebevoll. Er schreibt: „Jesu Liebe – das ist die Liebe, die uns gilt, so wie wir sind. Wie eine Mutter ihr Kind liebt, so wie es ist, und es je mehr liebt, je größere Not es ihr bereitet, weil sie weiß, dass es ihre Liebe braucht – so ist die Liebe Jesu zu uns. Er nimmt uns an, wie wir sind.“ Bonhoeffer spielt hier an auf einen Grundsatz der Reformation, der auch im Liedtext von Valerie Lill vorkommt: Rechtfertigung allein aus Gnade. Ohne eigenes Verdienst.


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