/ Lied der Woche

Wenn keiner (6/7)

„Wenn keiner“ – das ist mehr als nur eine Melodie und ein Liedtext aus der Feder von Jonathan Leistner. Das ist auch ein Gedankenspiel. Und zwar ein folgenschweres. Wer das Lied nicht nur hört, sondern selber singt und buchstabiert, der oder die verpflichtet sich. Erklärt sich für verantwortlich.

Ich bin ja selber Vater von drei Kindern, und habe das selbst durch: Es wäre bitter gewesen und vermutlich für alle Beteiligten, für meine Frau und beste Freundin wie für die Kinder nur schwer erträglich, wenn ich meine Vaterrolle nur widerwillig eingenommen hätte. Nur weil ich es muss, weil mich der Staat oder die Gesellschaft in die Pflicht nimmt. Aber ich habe die Kinder ja nicht nur gezeugt, ich habe sie auch gewollt. Ich liebe sie.

Ich bin bestimmt nicht immer zur Stelle gewesen, wenn sie mich gebraucht hätten; ich bin ihnen bestimmt auch manches schuldig geblieben, aber nicht aus Mangel an gutem Willen. Es ist mir nicht egal, wie es ihnen geht und was aus ihnen wird, auch wenn ich inzwischen nicht mehr den großen Einfluss nehmen kann. Aber mein offenes Ohr kann ich ihnen anbieten, meinen Rat, wenn sie ihn brauchen.

Und um auf Jonathan Leistners Lied zurück zu kommen: Da nennt er schon in der ersten Strophe das größte Privileg, das Eltern haben. Nämlich: Ich kann meine Kinder segnen – und das lasse ich mir von niemand nehmen.

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