/ Lied der Woche

Nun bitten wir den heiligen Geist (6/7)

Ein Lied und seine Bedeutung.

Die erste Strophe dieses Pfingstliedes ist aus dem 13. Jahrhundert; die Strophen 2 bis 4 hat Martin Luther 1524 geschrieben. Drei Strophen, in denen der Heilige Geist mit „Du“ angeredet und sein Wesen so beschrieben wird: „Du wertes Licht“ – „Du süße Lieb“ – „Du höchster Tröster“.

Hinter dieser Reihenfolge der Anreden steckt ein für Luther wichtiger theologischer Gedanke. Darin macht er den Kern seiner reformatorischen Erkenntnis deutlich. Am Anfang steht nicht die Liebe zu Gott und zum Nächsten – in dem Sinne, dass wir zuerst Liebes-Leistungen erbringen müssten, um uns die Seligkeit von Gott zu erkaufen.

Nein, die Reihenfolge, die Luther im Römerbrief gefunden hat, ist eine andere: Erst der Glaube, dann die Liebe, dann das Kreuz. Mit anderen Worten: Erst das Licht – es wird es hell, der Glaube wird geweckt. Dann die Liebe – es wird warm, die Verbundenheit mit Gott und den Nächsten wächst. Und zum Schluss der Trost – er gibt Stärke in den Anfechtungen eines Christenlebens unter dem Kreuz.

So dürfen wir also beten und bitten „Du wertes Licht, gib uns deinen Schein. „Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst.“ „Du höchster Tröster in aller Not“.


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