/ Lied der Woche

Ich steh an deiner Krippen hier (6/7)

„Ich steh an deiner Krippen hier, o Jesu, du mein Leben“ – ein Lied, ein Gespräch, ein Dokument des Staunens darüber, dass Gott seinen Sohn schenkt, quasi auf Augenhöhe mit den Menschen. Als zartes, wehrloses Baby, das zärtliche Gefühle und den Wunsch zum Zurücklieben und Beschenken im Gegenüber auslöst. Aber die Sprache, die der Dichter dafür wählt, wehrt der Gefahr der Verniedlichung und des Kitsches. Denn im Leben Jesu stehen Krippe und Kreuz nicht weit voneinander weg. Darin erscheint auch der Trost für den Menschen, der im Leben sein Kreuz zu tragen hat.

Trost und Glaubensgewissheit – hierfür ist im Lied das Bild des Lichtes und der Sonne gewählt. In die tiefste Todesnacht des Menschen scheint die Sonne der göttlichen Liebe. „Die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne“ ist die Erfahrung und zugleich die Erwartung. Und dann das dankbare Staunen: „O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht‘, wie schön sind deine Strahlen.“

Zum Stichwort „Licht“ sind mir noch die Weihnachtsdarstellungen des Malers Rembrandt van Rijn eingefallen. Da habe ich zum Beispiel sein Bild „Anbetung der Hirten“ vor Augen: die  Szenerie ist dunkel, denn es ist ja Nacht. Und in diese Dunkelheit fällt ein Licht von oben – die Lichtquelle ist nicht zu erkennen - direkt auf das Kind, und macht die hell, die um das Kind herum sind.

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