/ Lied der Woche

Ich steh an deiner Krippen hier (5/7)

„Ich steh an deiner Krippen hier“ – der Grund-Tenor dieses Liedes ist Staunen. Der Ausruf „o“ zeigt es zum Beispiel an, wenn es heißt  „O Jesu“, „o Sonne“, „o dass mein Sinn“. Auch das Stehenbleiben, das liebevolle Anschauen, das Anbeten ist Ausdruck des Staunens – des kleinen Menschen vor dem großen Wunder. Und dann die Ausrufe, die mit einem Ausrufezeichen enden! Daran erkennt man: Paul Gerhardt ist ein Meister der Sprache. Seine Begabung ist ihm aber kein Selbstzweck, er nutzt sie nicht für leere Effekte. Vielmehr stellt er sie in den Dienst des Anliegens, die Liebesbeziehung zwischen Gott und Mensch, Mensch und Gott in Worte zu fassen. 

Der Ausgangspunkt seines Liedes: Aus der großen Theologie wird eine überwältigende persönliche Erfahrung: Gott schenkt sich mir. Die Liebe gilt mir. Das Kind in der Krippe ist für mich geboren. – Darum gibt Paul Gerhardt als Dichter all seinen „Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut“ hin, um ein Lied zu schreiben, das dieser Liebe entspricht. Aber vor allem möchte der Dichter seine ganze Existenz, seine Liebe dem Kind in der Krippe schenken – dem er es ja ohnehin verdankt. „Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut“ - „Nimm alles hin und lass dir’s wohlgefallen.“

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