/ Lied der Woche

Ich steh an deiner Krippen hier (3/7)

„Ich steh an deiner Krippen hier“. Ich – kein Wir, hinter dem man sich verstecken könnte. Es ist eine ganz persönliche, stille Begegnung mit dem Kind in der Krippe, kein lautes „Jauchzet, frohlocket“ und auch keine theologische Erörterung. Es ist ein emotional-berührendes Gespräch, Ausdruck des Staunens und der Dankbarkeit. Das „Ich“ des Liedes  weist darauf hin: der Glaube stellt sich nicht einfach durch die Übernahme von Tradition ein. Ich bin persönlich gefragt. Und eingeladen in die Beziehung zum Kind in der Krippe – zu Jesus Christus, der Herr der Welt ist und Herr meines Lebens sein möchte. So eine Beziehung ist eine lebendige, sie entwickelt und vertieft sich im Laufe des Lebens. Die letzte Strophe des Gerhardtschen Liedes beschreibt diesen Prozess mit einem besonders schönen Bild: Hier wird das Ich selbst zur Krippe für Christus, den Heiland der Welt. Das Wunder von Weihnachten gilt mir ganz persönlich. Ich nehme Christus in mich auf. Ich selbst werde zur Krippe, zu seiner Wohnung.  Paul Gerhardt formuliert das nicht vollmundig in Form einer Feststellung, sondern bittend - zaghaft, zurückhaltend und doch voller Hoffnung.

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