/ Lied der Woche

Aus tiefer Not schrei ich zu dir (6/7)

Ein Lied und seine Bedeutung.

„Aus tiefer Not schrei ich zu dir“. Luthers Lieddichtung nach dem Psalm 130 „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir.“ Der Reformator war aber nicht nur ein Mann der Sprache – man denke nur an seine Bibelübersetzung – er war auch ausgesprochen musikalisch.

Als Schüler der Lateinschule in Eisenach lernte Luther Musiktheorie und sang im Chorus Musicus der Georgenkirche. Er war auch bei der Eisenacher Kurrende dabei, einem Schüler-Chor, der gegen Bezahlung zu Festen und Anlässen sang. Zudem gehörte er zum Schülerkreis um die ihm wohlgesonnene Patrizierfamilie Cotta, wo man in geselliger Runde einfache Lieder und mehrstimmige Motetten sang. Auch in seinem Studium beschäftigte sich Luther mit Musik; er spielte die Laute und musizierte so gut, dass ihn damals ein Kommilitone als „musicus et philosophus eruditus“, als gelehrten Musiker und Philosophen pries.

Sein ausgesprochenes musikalisches Gespür ist auch an der Melodie zu „Aus tiefer Not“ zu erkennen. Ich persönlich finde es sehr eindrücklich, wie die Melodie den Sinn des Textes nachzeichnet; gleich am Anfang zum Beispiel. Mit dem zweiten Wort „ tiefer“ fällt die Melodie eine Quinte abwärts, um dann mit dem Wort „Not“ auf einen klagenden Halbton oberhalb des Ausgangstons wieder anzusteigen.  


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