/ Lied der Woche

Wenn manchmal das Leben (6/7)

„Wenn manchmal das Leben“ – ein Lied über das verunsicherte, durchgerüttelte, angefochtene menschliche Dasein, über das scheinbar heillose Durcheinander in der Welt und im Leben. Und über den, der die Fäden entwirrt, die Risse flickt, die Scherben kittet, der es wieder heil macht.

Für den gibt’s im Deutschen dieses wunderbare Wort: Heiland. Da steckt viel mehr drin als in Heiler, und es klingt nicht so funktional wie Heilsbringer, obwohl Jesus Christus beides auch war. Er hat geheilt. Er hat das Heil in eine heillose Welt gebracht, hat uns Menschen buchstäblich das Heil erworben, hat teuer dafür bezahlt. Aber dieses Heil hat eben noch viel mehr Facetten, und die stecken dann auch im Titel Heiland: Retter. Erlöser.  

Im kollektiven Bewusstsein der deutschsprachigen Völker Mitteleuropas schwingt, wenn vom Heiland die Rede ist, noch mehr mit. Denn eines der ältesten und wirkmächtigsten Zeugnisse in einer germanischen Regionalsprache ist „Der Heliand“, die Geschichte vom Leben und Wirken Jesu in knapp 6000 Stabreimen. Jesus Christus wird dort wie ein germanischer König geschildert, und seine Jünger sind Gefolgsleute, die ihrem Herrn und Heiland unverbrüchliche Treue geschworen haben. Diese Vorstellung hat mehr als tausend Jahre lang die Redeweise vom Heiland geprägt, findet sich in geistlichen Liedern und Gedichten. Hedwig von Rederns Heiland ist nicht gar so heroisch – aber dafür ist er persönlicher.     

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