/ Lied der Woche

Weiter als mein Auge reicht (6/7)

Das Lied „Weiter als mein Auge reicht“ ist auf der CD Himmel. Erde. Welt. von  Guido Baltes' (leider vergriffen) zu finden, wo noch andere Lieder mit ähnlichem Thema enthalten sind. Ihnen gemeinsam ist das Motto aus Lk 9,24 „… wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's erhalten.“ Hier in „Weiter als mein Auge reicht“ wird direkt ein „Lebensstil, der sich selbst verschenkt … an die, die es brauchen“ angesprochen. Reichtum verschenken, um dadurch reich zu werden, das klingt nach dem Grimm‘schen Sterntaler-Märchen. Manche schlauen Köpfe haben versucht, es zu deuten. Und dabei ist vielfach der Schluss gezogen worden, das Märchen sei als Hinweis auf ein vorbildliches und selbstloses Leben zu verstehen. Ein Mensch, der barmherzig und großzügig ist, den Bedürftigen von seinen Habseligkeiten abgibt, auch wenn ihm selbst schlussendlich nichts mehr zu bleiben scheint. Eine solche Einstellung werde „vom Himmel“ – also doch wohl von Gott – in himmlischer Währung belohnt werden. Die schmückenden Sterntaler, die man wirklich im 18. Jahrhundert in Hessen-Kassel geprägt hat, können aber nur mit Mühe das zum Ausdruck bringen, was Gott den Christen „am Ende“ bereithält. Und überhaupt: muss es immer gleich um das gehen, was „am Ende“ herauskommt? Für mich spielt dieses Lied in einer anderen Tonart. Angefangen mit der Morgenstimmung richten sich meine Sinne und Gedanken auf das Geschenk, das ich jeden Tag empfangen darf. Wie das Sterntaler-Kind werde ich überreich beschenkt. Ohne mein Dazutun. Damit dürfte dann aber auch klar sein, dass ich aus dem Geschenkten aktiv weitergebe, oder?

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren