/ Lied der Woche

Ich such das Weite (7/7)

Ein Lied und seine Bedeutung

Manchmal muss man die Flucht nach vorn antreten. Fliehen heißt ja nicht nur Weglaufen, sondern auch Abstand halten. „Geldgier ist eine Wurzel alles Übels (…) Aber du, Mensch Gottes, fliehe das!“ (1. Timotheus 6,10f.) Diese Mahnung des Apostel Paulus an seinen Mitarbeiter Timotheus meint ja wohl: sich distanzieren, keine gemeinsame Sache machen mit der umgreifenden Jagd nach immer mehr.

So könnte auch der Sommersong von Martin Buchholz eine Anleitung sein, sich von etwas zu trennen, das einem die Luft zum Atmen nimmt. Das Gefühl, hier stimmt irgendwas nicht, kenne ich aus so manchen Verhältnissen – seien es Arbeitsstellen, Freundschaften oder gemeinsame Aktionen. Da gerät etwas in eine Schieflage. Da werde ich über die Maßen in Mitleidenschaft gezogen und erkenne die Bedrohung meiner Lebensmöglichkeiten.

Ist aber dann immer der Weg durch die Hintertür der richtige? Wahrscheinlich aber ist das Entscheidende, sich nicht rechtfertigen zu müssen. Mit etwas Abstand gelingt ja sogar der Einstieg in etwas, das mir zuletzt als verfahrene Situation erschien.

Jesus erzählt von der Liebe des Vaters zu seinem Sohn, der weglief und wiederkam: „Er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn, und er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn.“ (Lukas 15,20) Was für ein Happy End!


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