/ Lied der Woche

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt (3/7)

„Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn, meine Zuflucht bist du, meine Burg, mein Gott, dem ich traue“. Die ersten beiden Verse von Psalm 91 entsprechen wörtlich dem Refrain unseres Wochenliedes. Ich freue mich immer wieder an der reichen Sprache dieser Vorlage und staune über die Mühe, die sich der Psalmist damit gemacht hat.

Zum Beispiel kommen schon in diesen ersten Versen drei Gottesnamen vor. Gott wird als der Höchste bezeichnet: Älojim; als der Allmächtige - Shaddaj und als Gott - Jahwe. Das macht deutlich: Es war dem Psalmdichter  wichtig, seinen Lobgesang nicht nur mit Tönen, sondern auch mit guter und durchdachter Sprache auszudrücken.

Und dann fällt das Wort „sitzen“ auf. Sitzen und bleiben, das bedeutet  wohnen, dauerhaft da sein. Man könnte also auch sagen: Wer unter dem Schirm des Höchsten wohnt. Damit sind aber die ausgeschlossen, die sich vielleicht nur manchmal dort ein wenig aufhalten möchten. „Wer unter dem Schirm des Höchsten wohnt“ – die damit verbundene Verheißung bezieht sich deshalb auch nicht auf die, die vielleicht manchmal unter diesem Schirm kühlen Schatten suchen und sich gelegentlich dort erfrischen möchten. „Unter dem Schirm Gottes zu wohnen“ bedeutet Daueraufenthalt.

Und dann beschreibt der Psalm auch, dass dieser Daueraufenthalt bei Gott und das Wohnen in seiner Nähe neben dem Schutz vor Gefahren auch eine wunderbare Lebenserfüllung bedeuten kann. Damit wird der Psalm neben dem Lob Gottes indirekt zu einer Einladung: Verlege doch auch deinen Wohnsitz in die Nähe Gottes!

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