/ Lied der Woche

Vergnügt, erlöst, befreit (2/7)

Wer ist das, der da so ausgesprochen „vergnügt, erlöst, befreit“ daherkommt? Ich meine nicht den Interpreten Christian Löer, der soll später dran kommen. Erst kommt der Autor des Originals dran. Hanns-Dieter Hüsch heißt er, geboren 1925 in Moers am Niederrhein, gestorben 2005. Er war zu Lebzeiten eine Art Berufs-Niederrheiner, Markenbotschafter, würde das heute heißen.

Schon früh hat er zwei Dinge entdeckt: Die Begabung zum Entertainer, als Kind in der Familie. Und dann auch die andere Seite der Medaille: Im Text des Liedes klingt es an: „das Elend“. Der kleine Hanns-Dieter muss etliche Bein-Operationen über sich ergehen lassen, um später überhaupt laufen zu können. Erschwerend hinzu kommt die Kriegszeit. Nach dem Abitur verschlägt es ihn in die hessische Universitätsstadt Gießen, Studienziel Medizin. Zumindest die erste Zeit. Aber die Berufung, als Kabarettist auf die Bühne zu steigen, ist letztlich stärker. 

Wortakrobat und Alltagsbeobachter ist Hüsch gewesen. Von so manchem Kollegen belächelt und in den politisierten 1960er Jahren sogar angefeindet. Hanns-Dieter synchronisiert leidenschaftlich alte Stummfilme beim ZDF und hält eisern durch mit seinem kabarettistischen Programm. Nach dem Tod seiner Frau wendet er sich verstärkt dem christlichen Glauben zu, wird zum Publikumsmagnet auf Kirchentagen. Aus Hüsch, dem schwarzen Schaf vom Niederrhein, wird der Bibel-Liebhaber, der auch die Tiefen nicht ausklammert.

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