/ Lied der Woche

Leben ohne Schatten (5/7)

„Leben ohne Schatten“ – ein dreißig Jahre altes Lied von Jürgen Werth in neuem musikalischem Gewand.

Man kann Jürgen Werths Gedankengang durchaus in Frage stellen. Zum Beispiel den in der dritten Strophe: „Leben ohne Kälte ist Leben ohne Wärme. Wer nie gezittert hat, schätzt keinen Unterstand.“ Stimmt das denn? Muss ich mich wirklich erst verkühlen, muss ich mir erst einen Schnupfen oder Schlimmeres einfangen, bevor ich den Wert von Behaglichkeit erkenne? Muss ich mich erst der berechnenden Kälte gefühlloser Menschen aussetzen, bevor mir klar wird, was ich an warmherzigen Weggefährten und echten Freunden habe?

Entscheidend ist nicht die Abfolge. Das Leben hält üblicherweise für jede und jeden Glücksmomente, aber auch Enttäuschungen bereit. Unausweichlich. Die Glücksmomente feiern, sich von den Enttäuschungen nicht unterkriegen lassen und daran wachsen – das ist die Kunst. Die Josefs-Geschichte, die ja Stichwortgeber für „Leben ohne Schatten“ war, ist eine Lerngeschichte. 

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