/ Lied der Woche

„Besser als Leben“ (7/7)

„Deine Güte ist besser als Leben“: Eine steile Aussage steht da im Zentrum des Liedes von Dania König. Nicht sie hat diesen Anspruch formuliert; sie hat ihn vorgefunden in Psalm 63, einem 3000 Jahre alten Lied aus der Mitte des Volkes Israel.

Der da so gütig ist, das kann kein Mensch sein. Denn menschlich ist: Wir sind zwar auch fähig zu Großzügigkeit und Güte und Liebe, und manche bringen es in diesen Disziplinen auch ziemlich weit, aber wir Menschen sind eben allesamt auch fehlbar und sind leider auch zum schieren Gegenteil von Güte fähig.

Für den Dichter des 63. Psalms, für David, den zweiten König Israels, war sonnenklar: Der Inbegriff der Güte ist Gott. Und einen Satz wie diesen: „Deine Güte ist besser als Leben“ kann man gefahrlos auch nur im Hinblick auf Gott aussprechen. Denn wenn die Aussage stimmt: „Gottes Güte ist besser als Leben“, dann stimmt zugleich auch: Gott als Spender, Schöpfer und Erhalter des Lebens gewährt seine Güte nicht um den Preis des Lebens. Sich an der Güte Gottes erfreuen kann auch nur, wer tatsächlich am Leben ist – und wenn es noch so eingeschränkt wäre, dieses Leben.

Insofern ist der Satz „Deine Güte ist besser als Leben“ ein Paradoxon. Ein scheinbarer Widerspruch. Aber eben nur scheinbar. Gott ist gut und gütig – und das Leben an sich funktioniert überhaupt nur, weil Gott es schenkt.

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