/ Lied der Woche

Das Ja der Liebe (3/7)

„Am Anfang war das Wort.“ Das hat schon vielen Menschen Mühe gemacht; und das hat der Geheimrat von Goethe im Faust, in der Tragödie erstem Teil, deutlich gemacht. Dort lässt er seinen tragischen Helden laut vor sich hin grübeln: „Geschrieben steht: ‚Im Anfang war das Wort!‘ Hier stock ich schon! Wer hilft mir weiter fort? Ich kann das Wort so hoch unmöglich schätzen...“.

Am Ende ersetzt der hochmütige Doktor Faust das Wort durch die Tat - und ist damit sich selbst auf den Leim gegangen. Denn, so hat es knapp 150 Jahre nach Goethe Reinhold Schneider ausgedrückt: „Täter werden nie den Himmel zwingen.“  

Am Anfang, im Griechischen noch genauer: „Im“ Anfang war das Wort - und das Wort war bei Gott, und Gott selbst war das Wort. Und dann geht es erhellend im Johannesprolog weiter: „Ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.“ Das heißt: Die Tat kann schon deshalb nicht an die Stelle des Wortes treten, weil das Wort, zumindest das Wort Gottes, selbst tatkräftig ist. Schöpferisch. Ohne Gottes donnerndes „Es werde“ müssten und könnten wir uns in diesem Moment keine Gedanken darüber machen, denn dann gäbe es uns nicht. Soviel dazu.  

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