/ Lied der Woche

Nun kommt das große Blühen (6/7)

"Nun kommt das große Blühen, die schöne Freudenzeit. Der Sommer will einziehen und Gras und Saat gedeiht. Es weckt die liebe Sonne, was winters schien verlorn, in Wärme, Lust und Wonne wird alles neugeborn."

Dass durch Wärme, Lust und Wonne das verloren Geglaubte und Erstarrte neu geboren und lebendig wird: das kann man sich gut in einem schwedischen Sommer vorstellen. Aber nicht nur die Natur wacht auf, wird aufgeweckt, wird lebendig. Auch dem Menschen geht's ja so: in der warmen Jahreszeit blüht er geradezu auf. Seine Lebensgeister erwachen. 

Noch einmal ein Seitenblick in Paul Gerhardts Sommerlied - zu dem man sich eine Landschaft in der Mark Brandenburg zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges vorstellen muss. Auch hier ist Freude am sommerlichen Leben angesagt und Staunen über die Vielfalt und Lebendigkeit der Natur. Ein heiteres Bild, das für den Dichter unversehens, aber mit Bedacht zu einem Gleichnis wird. Vom irdischen Garten kommt er zum himmlischen Garten. Und er beschreibt, wie das Wachsen, Blühen, Fruchttragen sich auch im geistlichen Leben ereignet. Und dass der Sommer mit seinen ganzen Herrlichkeiten nur ein schwacher Abglanz vom "Sommer deiner Gnad" ist, von Gottes lebensspendender Gnade.

"Hilf mir und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, dass ich dir stetig blühe; gib, daß der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrüchte ziehe. Mach in mir deinem Geiste Raum, dass ich dir werd ein guter Baum und laß mich Wurzel treiben. Verleihe, dass zu deinem Ruhm ich deines Gartens schöne Blum und Pflanze möge bleiben."

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