/ Lied der Woche

Geh in Gottes Frieden (4/7)

Ein Lied und seine Bedeutung

„Geh in Gottes Frieden“ – so beginnt das Lied der Woche im Refrain. Hier ermutigt ein Mensch den anderen, hier fordert ein Mensch seinen Nächsten auf. Dass einer dem anderen Mut macht, jetzt tatsächlich loszugehen in das neue Land des Alltags, das brauchen wir.

Aber in den Strophen dieses Segensliedes spricht nicht mehr ein Mensch zum anderen, sondern ein Mensch spricht zu Gott. Er betet: „Herr, lass deine Wege mich verstehn.“ Das ist es: Wir wollen verstehen, wir suchen den Sinn hinter unserem „Bewegen im Neuland“, wie ich es gestern genannt habe. Dazu passt ein Zitat aus dem Roman „Melancholie und Verlangen“ von Bodo Kirchhoff. Die Hauptfiguren sind Hinrich, der rastlose Journalist der überregionalen Zeitung, und Irene, die Übersetzerin, die Frau seines Lebens. Sie begeht Selbstmord. Der Roman beschreibt die Reise durch das Leben – erst gemeinsam, dann einsam. Und er beschreibt Hinrichs jahrelanges Fragen nach dem Warum des Freitods seiner Frau. Hinrich erinnert sich an gemeinsame Reisen und ist selbst viel unterwegs. Die äußere Bewegung ist ein Abbild der inneren. Und so kann Hinrich sagen: „Wer auf Reisen geht, folgt immer auch einer vagen Sehnsucht, unabhängig vom Ziel der Reise, der Sehnsucht nach Erfüllung oder dem Moment, der allen übrigen Momenten ihren Sinn gibt.“ Wir wollen verstehen. Und sollen uns doch vertrauensvoll von Gott an die Hand nehmen lassen. Diese Spannung prägt unser Gebet.


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