/ Lied der Woche

Lebensfarben (4/7)

Lebensfarben - Naturfarben - Farben der Jahreszeiten; roter Faden im Lied von Christoph Zehendner, das in dieser Woche dazu anregt, die Vielfarbigkeit, Vielgestaltigkeit des Lebens dankbar wahrzunehmen. Und auch zu sehen: Nicht einfach nur so ergibt es sich, sondern: Gott ist es, der mein Lebensbild malt, mitmalt.

Nach Frühling und Sommer nun der Herbst: "Grau der Herbst, die Schatten länger. Ernte ist schon eingebracht. Nebelschwaden. Einzelgänger schlurfen grübelnd durch die Nacht. Stürme wüten, kalt und rau. Auf uns schweres Grau."

Tja, so ist der Herbst. Er kann natürlich auch ganz anders sein, denken Sie nur an die bunten Blätter, den bezaubernden Altweibersommer, die frische Kühle. Aber es hat seinen guten Grund, wenn der Liedermacher hier einen deutlichen Kontrast ins Bild setzt. Denn Herbstzeit heißt: wieder abnehmende Zeit. Der Höhepunkt ist überschritten. Das gilt es nüchtern wahrzunehmen, das kann auch melancholisch machen. Gleichzeitig ist es Grund zur Freude und Dankbarkeit, wenn man feststellen kann: Das, was bisher gewesen ist, hat zur Reife beigetragen. Ein Stück weit Lebensernte kann eingefahren werden, gesammelte Erfahrungen sind ein Schatz.

Der Herbst - und der Herbst des Lebens - vermittelt die Lektion: Wir Menschen sind vergängliche Wesen. Rainer Maria Rilke hat es mal so ausgedrückt:  "Die Blätter fallen" ...  und dann: "Wir alle fallen. Diese Hand da fällt. Und sieh dir andre an: es ist in allen. Und doch ist einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält."

"Spätherbstgrau" hat Christoph Zehendner formuliert. Auch diese Farbe gehört ins Bild, in mein Lebensbild, das Gott malt.

Ein besonderer Gruß an alle, die im Herbst ihres Lebens leben und sich der Reife freuen können.

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