/ Lied der Woche

Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude

Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude. Gestern habe ich an dieser Stelle schon angedeutet: Johann Ludwig Konrad Allendorfs Lied hatte ursprünglich mindestens zehn Strophen. Im Evangelischen Gesangbuch sind immerhin noch acht verzeichnet.

Die komplette Sammlung hat schon auch eine innere Ordnung: (1) „Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude.“ Warum? Weil nun (2) die Bande springen und die Stricke des Todes entzwei reißen. Jesus ist kommen, (3) „der starke Erlöser“, der dem Teufel in die Parade fährt und die gefangenen und geknecheten Seelen abjagt. Jesus ist kommen, (4) der Fürst des Lebens, der sich mit dem Tod angelegt hat – und gewonnen hat, paradoxerweise indem er starb. Aber das passt eher zur Passionszeit als zu Epiphanias, weshalb diese Strophe in vielen Gesangbüchern fehlt.

Jesus ist kommen, (5) „der König der Ehren“ – er regiert anders als die Machthaber dieser Welt. Nämlich wie: Jesus ist (6) „ein Opfer für Sünden“, nimmt stellvertretend die Schuld der Menschheit auf sich – und warum? Aus Liebe. (7) „Jesus ist kommen, die ewige Liebe.“ Jesus ist uns Menschen recht nah verwandt und liebt uns mit feuriger Leidenschaft, aber das klingt im barocken Dichterdeutsch des 18. Jahrhunderts etwas schwülstig. Deshalb ist ausgerechnet die Liebesstrophe schon im 19. Jahrhundert aus den meisten Gesangbüchern herausgeflogen. Aber es geht ja noch weiter: (8) „Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden“ – und (9) die Ursache zum Leben. Wer das singt und bekennt, soll das auch außerhalb der Kirchen und Gemeindehäuser tun, soll es (10) „aller Welt Enden“ sagen.

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