/ Lied der Woche

"Getragen vom Wind"

Ein Lied und seine Bedeutung

„Getragen vom Wind“ – das Lied der Dortmunder Gruppe Theophiles hat mich in mehr als einer Hinsicht an den Sonnengesang des Franziskus erinnert. Wie hat der Kaufmannssohn aus Assisi im 13. Jahrhundert gedichtet:

„Höchster, allmächtiger, guter Herr, dein sind der Lobpreis,
die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen.
Dir allein, Höchster, gebühren sie, und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.

Gelobt seist du, mein Herr, durch Bruder Wind und durch Luft
und Wolken und heiteren Himmel und jegliches Wetter,
durch das du deinen Geschöpfen den Unterhalt gibst.“

Wenn wir mal in dieser poetischen Sprache bleiben: Der „Bruder Wind“ verhilft auch den Möwen und Adlern dieser Welt zu ihrer Eleganz in den Lüften. Der Luftstrom trägt sie und ermöglicht es ihnen, sich in gewaltige Höhen hochzuschrauben oder große Entfernungen zu überwinden. In Andreas Malessas Übertragung des „Eagle Songs“ heißt es im Refrain: „Schwerelos frei, getragen vom Wind“. Wobei uns allen klar ist: Die Schwerelosigkeit ist eine Illusion – der Wind ist das Entscheidende. Seine Energie hebt die Schwerkraft auf. Ohne den Luftstrom würde jeder noch so elegante Flieger abstürzen und mehr oder weniger hart auf dem Erdboden aufschlagen. Wenn wir das Bild ins Geistige übertragen, dann stellt sich die Frage: Wofür steht der Wind? Die Antwort findet sich in der Bibel, zum Beispiel im Johannesevangelium. Da wird der Wind von Jesus mit dem Geist Gottes gleichgesetzt.


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