/ Lied der Woche

Weites Land

Jonathan Böttcher, Jahrgang 1958, hat sich vor etwas mehr als 20 Jahren „wie neugeboren“ gefühlt, behauptet er jedenfalls in seinem Lied „Weites Land“ in der ersten Strophe. Damals war er Mitte Dreißig, das mit der Geburt war also schon eine Weile her. Eine echte Erinnerung an seine eigene Geburt wird er kaum gehabt haben, und die Vorstellung, die man so mit der Redensart „wie neugeboren“ verbindet, die hat mit der Wirklichkeit einer Geburt ja auch eher wenig zu tun. Ein neugeborener Säugling hat gerade die mit großer Wahrscheinlichkeit anstrengendste Tortur seines Lebens hinter sich gebracht. Der Vergleichspunkt liegt eher auf einer anderen Ebene.

Ein neugeborenes Kind hat das ganze Leben vor sich. Im idealen Fall ist das Kind in eine liebevolle Umgebung hinein geboren worden. Es wird umsorgt, wird buchstäblich gepampert, wird gestillt. An neugeborene Kinder stellt noch niemand Ansprüche; Pflichten und Erwartungen kommen erst viel später. Neugeborene brauchen viel Ruhe, und die gönnt man ihnen auch.

In diesem Sinn würde ich mich gelegentlich auch ganz gern „wie neugeboren“ fühlen. Und wie und wo kann das geschehen? Jonathan Böttcher zufolge zum Beispiel in der Begegnung mit Gott.

Liedangaben:
Jonathan Böttcher - CD „Weites Land“, MCM Music, Würzburg 1999
noch erhältlich direkt beim Künstler

 

 

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