/ Lied der Woche

Durch alle Zeiten

„Er ist König der ganzen Welt, auch wenn sich viel dagegen stellt“, heißt es in der ersten Strophe. Der Text erinnerte mich an eine Schilderung von Wilhelm Busch auf einem Kirchentag in Leipzig zu DDR-Zeiten. „Dort gab es anlässlich des Empfangs im Rathaus eine Begegnung mit Spitzen der Behörden, atheistischer Behörden natürlich. Da wurden Reden gehalten, möglichst unverbindlich. Man wollte dem andern nicht auf die Füße treten.

Und da sollte“, so schreibt Wilhelm Busch, „Heinrich Giesen, damals Generalsekretär des Kirchentags, den Abschluss machen. Und ich vergesse das nicht, wie der Heinrich Giesen aufsteht und sagt: ‚Ach, Sie fragen uns, meine Herren, was wir für Leute sind. Ich möchte es Ihnen mit einem Satz sagen: Wir sind Leute, die beten: Lieber Gott, mach mich fromm, dass ich in den Himmel komm.‘ Und dann setzte er sich hin. Und es war unheimlich. Neben mir saß ein großer Mann mit einem Lenin-Orden. Es war unheimlich, wie diese Leute auf einmal erschüttert waren. Gibt es den Himmel? Ja, es gibt ihn. Und deshalb beten wir: Lieber Gott, mach mich fromm, dass ich in den Himmel komm. Ich möchte gerne selig werden.“

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