/ Lied der Woche

Matthias Claudius: Geburtstagslied

„An Andres wegen den Geburtstägen im August 1777.“ In diesem fiktiven Brief wird der Leser wird mithineingenommen in ein fröhliches Geburtstagsfest. Der Dichter Matthias Claudius hat Geburtstag – und schnell werden noch vier andere Vettern und Freunde mit Geburtstag im August dazu gedichtet, so dass es eine große fröhliche Feier gibt. Die Verhältnisse sind bescheiden, aber die Freude ist groß. Die Möglichkeiten sind begrenzt, aber Lust und Dankbarkeit gleichen sie vollends aus. Natürlich ist viel dichterische Freiheit und manche Übertreibung darin – aber hören Sie selbst und überlegen Sie, ob Sie nicht auch gerne bei diesem Fest dabei gewesen wären.

"Um zwölf Uhr ward zur Tafel geblasen, und weil grade keine Trompeten und Pauken zur Hand waren, musste ich’s auf’m Triangel tun. Die Tafel war von acht Couverts und drei Gängen. Zuerst Reisbrei in einer großen Schale mitten auf dem Tisch, und nach kurzer Weile auch auf acht Teller rund um die Schale; denn kam Butter und Kalbfleisch und zuletzt Kuchen. Du siehst d’raus, dass wir hoch schmausten; zugleich kannst du aber daraus sehen, dass der Luxus seit Abrahams Zeit um ein Drittel gestiegen ist. Mein Vetter spendierte auch einige Flaschen guten Wein, die denn gewaltig würkten, und vor Gesundheiten, die aus dem Munde herauskamen, kaum hineinkommen konnten."

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