/ Lied der Woche

„Ich weiß, mein Gott, dass all mein Tun und Werk“

Wer zu Gott betet und ihm vertraut, verspricht Paul Gerhardt, dessen „Sorgenstein wird in der Eil in tausend Stücke springen“.

Doch das ist leichter gesagt als getan. Wie hat doch schon der Humorist Wilhelm Busch so schön geschrieben:

 „Vergessen sind die Kursberichte,
 die Steuern und das Einmaleins.
 Kurz, jede Form gewohnten Seins,
 die sonst wirklich scheint und wichtig,
 wird plötzlich wesenlos und nichtig.
 Ja, selbst die alte Liebe rostet.
 Man weiß nicht, was die Butter kostet.
 Nur einzig in der engen Höhle,
 des Backenzahns weilt die Seele.“

Das, was für den Backenzahn und für die Gesundheit im Allgemeinen gilt, trifft auch auf die anderen Lebensbereiche zu. Immer wieder gibt es Konflikte, die uns den klaren Blick in die Zukunft trüben. Dagegen gibt es nur ein Mittel. Nämlich das zu tun, was der Apostel Petrus empfiehlt. Er sagt: „Alle eure Sorgen werft auf ihn (das heißt auf Gott), denn er sorgt für euch“ (1. Petrus 5, 7). Petrus sagt nicht: „Alle eure Sorgen werft weg.“ Das geht nicht. Er sagt auch nicht: „Lass doch die Sorgen zuhause“, wie es in einem Schlager heißt. Man würde sie ja bei der Rückkehr wiederfinden. Und verdrängen kann man die Sorgen auch nur vorübergehend. Darum ist der 2. Teil der Aussage des Petrus so entscheidend wichtig. Er sagt: „Er sorgt für euch.“ Mit anderen Worten: „Auf Gott sollen wir unsere Sorgen werfen.“ Das muss der Theologe und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer getan haben, als er im 3. Reich in Gestapohaft auf den Tod durch die Schergen des Naziregimes wartete. Denn wie sonst hätte er dichten könnten: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag. Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern, des Leids gefüllt bis an den höchsten Rand, so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern aus deiner guten und geliebten Hand.“
Und schließlich dichtete Bonhoeffer: „Doch willst du uns noch einmal Freude schenken an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz, dann wollen wir des Vergangenen gedenken, und dann gehört dir unser Leben ganz.“ (Gemeindelieder Nr. 377)

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