/ Lied der Woche

„Ich weiß, mein Gott, dass all mein Tun und Werk“

„Es fängt so mancher weise Mann ein gutes Werk zwar fröhlich an und bringt´s doch nicht zum Stande; er baut ein Schloss und festes Haus, doch nur auf lauterm Sande.“

So dichtet Paul Gerhardt. Mir ist hierzu sofort das eingefallen, was Jesus am Ende seiner Bergpredigt gesagt hat: „Jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, den werde ich mit einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf Felsen baute. Und der Platzregen fiel hernieder und die Ströme kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus. Und es fiel nicht. Denn es war auf dem Felsen gegründet. Und jeder, der meine Worte hört und sie nicht tut, der wird mit einem törichten Mann verglichen werden, der sein Haus auf dem Sand baute. Und der Platzregen fiel hernieder und die Ströme kamen und die Winde wehten und stießen an jenes Haus. Und es fiel. Und sein Fall war groß“ (Matthäus 7, 24-27).

So kann es einem Menschen gehen, dass sein Leben in den entscheidenden Situationen und besonders  am Ende kein tragfähiges Fundament hat, worauf es sich leben und dann auch sterben lässt.

So soll es dem Kaiser Julian ergangen sein, der von 355-363 nach Christus der römische Herrscher war. Er bekannte sich offen zum Heidentum und stellte sich ganz bewusst dem sich ausbreitenden Christentum entgegen. Dieser Julian soll, als er im Krieg gegen die Perser tödlich verwundet wurde, auf dem Sterbebett gesagt haben: „Nun hast du endlich doch gesiegt, du Mann aus Galiläa.“

Wie schon gesagt, Kaiser Julian hatte sich in seiner Regierungszeit Großes vorgenommen. Er wollte den Kurs, den seine Vorgänger mit ihrer christlichen Einstellung gesteuert hatten, bewusst ändern. Julian war christlich erzogen worden. Er wusste vieles, was Jesus gesagt und gewollt hatte. Aber er selber wollte das nicht. Das Wort Gottes war für Julian nichts, worauf man ein Leben und eine Politik aufbauen konnte. So nutzte er seine Macht als Kaiser  konsequent gegen die mächtige Reichskirche aus. Er war dabei sicher ehrlicher als mancher, der sich nur dem Trend der Zeit folgend zum christlichen Glauben bekannte. Ehrlicher sicher als auch als mancher christliche Herrscher, der die Kirche nur zur Stabilisierung seiner eigenen Macht missbrauchte. Dennoch – Julian baute sein Haus auf Sand. Offenbar war dies auch seine Erkenntnis bei seinem frühen Tod. Denn warum sonst hätte er sagen sollen: „Nun hast du doch gesiegt, du Galiläer.“
Wie sagte doch Jesus, der Mann aus Galiläa: „Wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der gleicht einem Mann, der sein Haus auf Sand baute.“

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