/ Lied der Woche

„Ich weiß, mein Gott, dass all mein Tun und Werk“

„Ich weiß, mein Gott, dass all mein Tun und Werk in deinem Willen ruhn. Von dir, Gott, kommt Glück und Segen. Was du regierst, das geht und steht auf rechten guten Wegen.“

Diese Aussage hat der Pfarrer Paul Gerhardt gemacht. Er ist zweifelsohne der beliebteste Liederdichter der nachreformatorischen Zeit geworden  Ungezählte Menschen haben Stärkung und Trost erfahren durch seine Lieder. Das hängt sicher damit zusammen, dass es Liedverse von ihm gibt, die heute noch ganz einfach jeder versteht, die sich ohne Mühe nachsingen lassen ohne besondere Deutung. Aber der Hauptgrund für die Beliebtheit seiner Lieder ist sicher die Tatsache, dass Paul Gerhardt im guten Sinne ein ganz „frommer Mann“ war. Gezeichnet von Dankbarkeit Gott gegenüber. Von daher nahm er auch seine große Zuversicht. Dieses Vertrauen zieht sich wie ein roter Faden durch seine Lieder. Durch sie spricht ein Mensch, der sich in Gott geborgen weiß, wie auch immer sein eigenes Leben verlaufen ist.

Paul Gerhardt wird 1607 in Gräfenhainichen geboren. Schon mit 12 Jahren verliert er seinen Vater und drei Jahre später seine Mutter. Das Geld für das Studium der Theologie in Wittenberg verdient sich Paul Gerhardt als Hauslehrer.

1637 wird sein Heimatort im Zuge des 30jährigen Krieges niedergebrannt. Auch das Gerhardt‘sche Anwesen geht in Flammen auf. 1651wird er zum Pfarrer ordiniert und erhält sein erstes Pfarramt in Mittenwalde. Vier Jahre später heiratet er Maria Berthold. Im nächsten Jahr wird die erste Tochter geboren, die dann aber bereits nach einem Jahr wieder stirbt.

Ab 1657 ist er elf  Jahre Pfarrer an der Nikolaikirche in Berlin. Doch dann verliert er sein Amt, weil er ein Edikt des großen Kurfürsten nicht unter-schreibt, weil er es mit seinem Gewissen nicht vereinbaren kann. Drei Jahre bleibt er arbeitslos. In dieser Zeit sterben drei seiner Kinder. Als einziges bleibt sein Sohn Paul Friedrich übrig. 1668 – nach nur 13 Ehejahren – stirbt seine Frau an Schwindsucht. Doch in dieser Zeit bekommt Gerhardt wieder eine Pfarrstelle in Lübben. Dort stirbt er 1676 und hinterlässt seinen 13jährigen Sohn.

Wenn man sein Leben so rückblickend betrachtet und dann mit seinen Liedern vergleicht – auch mit dem Lied, das uns in dieser Woche begleiten soll – dann erahnt man, wie groß seine Geborgenheit in Gott gewesen sein muss trotz aller Unruhe und Hektik, trotz allem Leid und Kummer.

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