/ Lied der Woche

„Es wird sein in den letzten Tagen“

„Es wird sein in den letzten Tagen“ – Werner Schulz hat den Text dieses Liedes 1963 geschrieben nach Versen aus dem Buch des Propheten Jesaja Kapitel 2. Und hat damit auf ein Bild von starker Symbolkraft Bezug genommen: „Schwerter zu Pflugscharen.“ Das kannte in der DDR, überhaupt im sozialistischen Ostblock jede und jeder, denn die Sowjetunion hatte 1959 eine Bronzeplastik des Bildhauers Jewgeni Wutschetitsch den Vereinten Nationen geschenkt mit genau diesem Motiv: Ein Schmied formt ein Schwert mit wuchtigen Hammerschlägen zum Pflugschar um.

Das Bild stammt aus der Hebräischen Bibel, es kommt im Alten Testament an zwei verschiedenen Stellen fast wortgleich vor: „Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“  Werner Schulz hat sich an Jesaja 2 orientiert. 17 Jahre später hat sich die kirchliche Friedensbewegung der DDR auf die Fassung im Buch des Propheten Micha Kapitel 4 bezogen und hat die Wendung „Schwerter zu Pflugscharen“ zu ihrem Motto gemacht – und den Schmied von Jewgeni Wutschetitsch zum Signet. Bei Werner Schulz freilich bleibt kein Zweifel, wer Sicherheit garantiert und Waffen überflüssig macht: Gott persönlich „wird seine Welt bewahren vor Rüstung und Spieß und Speer.“

Liedangaben:
CD und Buch „Gitarrenbuch zum Evangelischen Gesangbuch“
Strube Verlag, München 1997, ISMN: M-2009-1251-7

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