/ Lied der Woche

Gott segne dich

Ein Lied und seine Bedeutung

In der nächsten Strophe, die Adelheid Baum singt, heißt es an einer Stelle: „Wenn dein ganzer Plan zerbricht, eines bleibt, dass Gott keine Fehler macht, er verlässt die Seinen nicht.“

Es ist ja auch für den Glaubenden nicht leicht, immer wieder ein Ja zu sagen zu Gottes Willen. Vielleicht kennen Sie die Verse, die Hermann Enke zum Thema geschrieben hat „Die schwerste Bitte: ‚Dein Wille geschehe!’“

„Dein Wille geschehe!“ So sprach ich auch gern,
als Not und Trübsal und Sorge fern.
Dann kamen Stunden, so bang und so schwer,
da wollt’ es kaum über die Lippen, o Herr.
Wenn das Herz blutet, die Seele weint,
wenn der helle Tag uns wie Nacht erscheint,
dann, dann ist es so unsagbar schwer,
zu sprechen: „Dein Wille geschehe, o Herr!“
Dann möchte ich rufen: „Herr, muss es denn sein?
Nur das nicht, nur das nicht, o Vater mein!“
Und das Herz sträubt sich, den Weg zu gehen;
Es kann den Allmächtigen nicht verstehen,
und es ruft wohl in all dem Schmerz und der Pein:
„Mein Gott! Mein Gott! Soll das Liebe sein?“
Und wieder und wieder: „O Vater, vergib,
vergib meine Zweifel, Du hast mich doch lieb;
verzehrt sich mein Herz auch in Weh und Pein
muss dennoch Dein Weg der rechte sein.
Dein Wille geschieht zwar, wenn ich’s auch nicht will,
doch macht dieses Wissen das Herz mir nicht still.
Herr, lehr Du mich rufen von Herzensgrund,
dass ich sprech’ mit dem Herzen, nicht nur mit dem Mund:
„Dein Wille geschehe! Nicht wie ich will!“
Nur so wird es in mir allmählich still.
Herr, wende mein Herz ganz ab von der Welt,
und führe Du mich, wie Dir es gefällt.
Sind rauh auch die Wege und dornenvoll,
ich weiß, Du führest mich dennoch wohl.
Dies soll meine tägliche Bitte sein:
„Dass ich nichts mehr begehre, als Dich, Herr, allein.“
Dein Wille gescheh’, wenn die Sonne lacht,
Dein Wille gescheh’ in Trübsalsnacht,
Dein Wille gescheh’ jetzt und ewiglich,
So nimm Herz und Hände und führe mich!
Wenn ich auch das Ziel Deiner Wege nicht seh’,
Du führst mich doch wohl, Herr, Dein Wille gescheh’!"

Hermann Enke (erschienen im SCHÄFER-VERLAG PLAUEN i.V.)


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