/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Ein Türsteher, der "dicht" macht

Oliver Jeske über Offenbarung 1,17-18

Bibelvers

Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.

Offenbarung 1,17–18

„Und damit kommt man überall rein?“ Die Augen meines neuen Bekannten weiten sich ehrfurchtsvoll, als er zufällig meinen Presseausweis sieht. Ich konnte mir in dieser Situation ein Schmunzeln nicht verkneifen: „Nein, aber dieses Dokument erleichtert meine Arbeit.“

Tatsächlich bekomme ich als Journalist Zutritt zu Bereichen, die meine Berichterstattung und Recherche erleichtern. Aber überall hin? Ganz ehrlich, das will ich gar nicht. Dazu bin ich ein viel zu großer Angsthase. Oder positiv ausgedrückt: Da habe ich viel zu viel Respekt vor Gefahren, die mir drohen könnten.

Und deshalb bin ich froh, dass es beispielsweise Polizisten gibt, die auch zu mir sagen: „Halt, hier nicht weiter. Da bringen Sie sich nur in Gefahr.“

Genau so einer ist Gott, wie er sich mir in Jesus zeigt. Nein, ich meine nicht wie einer, der mir alles verbietet. Sondern Jesus kennt die wirklich ernsten Gefahren in meinem Leben, die mir drohen könnten. Und er schützt mich davor.

Er hat einmal zu seinem völlig verschreckten Nachfolger Johannes gesagt:

„Fürchte dich nicht. … Ich habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“

Für mich als einer, der Jesus vertraut, bedeutet das: Wenn ich mich auf Abwegen befinde. Wenn mein eigenes Verhalten oder das Anderer mich um Kopf und Kragen zu bringen droht: Dann stellt sich Jesus wie ein Türsteher in den Weg und sagt: „Nichts da! Hier geht’s nicht weiter. Ich lasse es nicht zu, dass du komplett vor die Hunde gehst!“ Jesus beschreibt sich selbst als einen, der hier dicht macht – im doppelten Sinne:  nämlich die Tür in die ewige Verdammnis. Und er macht auch persönlich dicht, lässt sich nicht davon abhalten, seine schützende Hand über mich zu halten  - weil er mich liebt.

Manchmal verstehe ich diese Verweigerungshaltung von Jesus in meinem Leben erst im Rückblick.   Wenn ich gegen unüberwindliche Hindernisse anrenne, könnte es seine göttliche Liebe sein, die mich vor schlimmem Schaden bewahrt.

Als Christ komme ich nicht überall rein – schon gar nicht in die Hölle. Und das ist gut so.

 


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