/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Der HERR ist meine Kraft

Stefan Loß über Habakuk 3,19

Ein E-Bike, das ist was für alte Leute. Wer noch einigermaßen fit ist, der braucht doch keine elektrische Hilfe beim Radfahren, oder? Bis vor ein paar Wochen habe ich auch so gedacht. Jetzt habe ich selbst eines: Ein E-Bike. Seitdem fahre ich fast täglich damit zur Arbeit. Und ich muss zugeben, es macht Spaß. Vor allem, weil ich weiss, dass ich die letzte Steigung vor dem Ziel nicht aus eigener Muskelkraft bewältigen muss. Da hilft mir jetzt die Technik. Gott sei Dank! Früher hatte ich noch den Ehrgeiz, jede Steigung mit eigener Muskelkraft zu bewältigen. Heute fällt mir das deutlich schwerer. Aber andererseits muss ich auch niemandem mehr etwas beweisen. Schließlich bin ich seit rund zwei Jahren Opa. Und Opas müssen niemandem mehr etwas beweisen, oder? Ja, das Älterwerden hat auch seine schönen Seiten. Sich nicht mehr vergleichen müssen mit anderen, das gehört dazu. Aber auch in jüngeren Jahren habe ich öfter erlebt, dass mir die Kraft ausgegangen ist. Nicht nur beim Radfahren. Ich habe mir ziemlich viel zugemutet, manchmal zu viel. Das hat mich immer mal wieder an meine Grenzen gebracht und darüber hinaus. Heute habe ich gelernt: Ich muss mich nicht mit anderen messen. So wie ich bin, bin ich von Gott geliebt. Ein kluger Mensch hat mal gesagt: „Glauben heißt, die Abhängigkeit von Gott als Glück zu bezeichnen.“ Ich muss zugeben, je älter ich werde, desto leichter fällt mir das. Schließlich gilt doch für uns alle – für die jungen, die älteren und die ganz alten der Vers aus dem Buch Habakuk: „Der Herr ist meine Kraft.“


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