/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Kein Vergleich

Bibelvers

Jesaja sprach: Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen.

Jesaja 6,5

Wir schreiben das Jahr 736  vor Christus. Im Reich Juda am Ostrand des Mittelmeers gibt es am Hof des Königs Usija einen jungen aufstrebenden Beamten namens Jesaja, und der hat Visionen. Er bekommt von Gott höchstpersönlich das Prophetenamt übertragen. Nicht gerade eine vergnügungssteuerpflichtige Aufgabe. Denn was Jesaja seinen Landsleuten sagen soll, das ist nicht schmeichelhaft, dafür wird es keinen Applaus geben. Aber wenn Gott persönlich ihm den Job anbietet, wer traut sich da schon nein zu sagen? 

Jesaja hat es zumindest versucht mit dem Argument: "Wehe mir, ich vergehe! Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und wohne unter einem Volk, das unreine Lippen hat." (Jesaja. 6,5). 

Wo war das Problem? - Nun, Jesaja gehörte ja dem Volk Israel an, und das Volk Israel hat sich Gott vollkommen, rein und allmächtig vorgestellt. Hat ihn so auch erlebt. Wir Menschen dagegen sind bekanntlich unvollkommen, oft genug ohnmächtig, und rein sind unsere Motive und Gedanken auch nicht immer. Da gibt's einen himmelweiten Abstand zu Gott. Und wir können von uns aus recht wenig daran ändern. Und deshalb ist es nicht ungefährlich, sich mit Gott einzulassen. Das ist Jesaja angesichts seiner Vision klar geworden. 

Aber seine Ausrede hat bei Gott nicht gezogen. Gott hat von sich aus den Abstand überbrückt. Hat Jesaja buchstäblich geläutert und in Dienst genommen. Jesajas Selbsterkenntnis war der erste und entscheidende Schritt, um Gott besser zu verstehen und zu erleben. Gründlicher, als er es sich je hätte träumen lassen. Und das ist auch heute noch möglich.   


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