/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Manches Ende ist ein Anfang

Anstoß von Ulrike Schild über Lukas 24,29.

Bibelvers

Die Jünger sprachen: Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, um bei ihnen zu bleiben.

Lukas 24,29

Die Sache mit Jesus ist durch. Was sollen sie noch in Jerusalem? Ihr Herr ist tot und nun haben sie ihre Taschen gepackt und sich aufgemacht — zurück in ihr altes Leben. Auf nach Emmaus. Enttäuscht sind sie. Auf dem Weg erzählen sie sich davon, gehen in Gedanken und Worten noch einmal all die Stationen durch, die sie mit Jesus gegangen sind.

Doch jetzt ist alles aus und vorbei. Es nützt ja alles nichts! Dem Mitreisenden, den sie unterwegs treffen erzählen sie von ihren Enttäuschungen. Jesus war nun mal ihre Hoffnung. So sehr hatten sie sich gewünscht, dass er der Messias sei. Doch was hat man davon, wenn es diesen Jesus nicht mehr gibt. Was hat man von einem toten Jesus? Schöne Erinnerungen, doch die reichen nicht für ein ganzes Leben.

Eigentlich sind sie zu früh nach Hause gegangen. Sie haben nämlich das Beste verpasst. Die Auferstehung ihres Herrn. Und doch — und das finde ich so fantastisch an dieser Geschichte — haben sie noch die Chance, genau das zu erleben. Denn Jesus ist ihnen hinterher gegangen. Er wollte sie in ihrer Traurigkeit und Enttäuschung nicht alleine lassen. Und dann haben Sie ihn beim Abendessen erkannt und die Osterfreude machte sich auch in ihrem Leben breit.

Auch wir sind manchmal enttäuscht, verbittert, verzweifelt in unserem Glauben. Vielleicht auch deswegen, weil wir nur die halbe Wahrheit kennen. Den Weg mit Jesus zu Ende gehen — das öffnet uns die Augen. Dazu fällt mir das Lied ein von Johannes Nitsch und Jürgen Werth ein, das diese Situation genau auf den Punkt bringt: „Manches Ende ist ein Anfang und manche Nacht das Morgenrot. Mancher Tod bringt neues Leben und Enttäuschung mehr Vertrauen. Geh den Weg mit bis zum Ende, geh den Weg mit durch die Nacht, geh durch Tod mit und durch Sterben und dann zeig uns deine Macht.“

Das ist es eben. Nicht frühzeitig aufgeben, nicht zu schnell das Handtuch werfen. Dran bleiben an Jesus — dann leuchtet auch eines Tages die Freude wieder auf.


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