/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Wasser und Geist

Markus Baum über Markus 1,10f.

Bibelvers

Als Jesus aus dem Wasser stieg, sah er, dass sich der Himmel auftat und der Geist wie eine Taube herabkam auf ihn. Und da geschah eine Stimme vom Himmel: Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.

Markus 1,10–11

Ein Tag vor knapp 2.000 Jahren an einem der tiefstgelegenen Orte der Erde, vierhundert Meter unter dem Meeresspiegel im unteren Jordantal. Jesus von Nazareth steigt aus dem Wasser. Und da passiert es. Im Markusevangelium wird die Szene so geschildert: "Als er aus dem Wasser stieg, sah er, wie der Himmel aufriss und der Geist Gottes wie eine Taube auf ihn herabkam. Und aus dem Himmel sprach eine Stimme: »Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Freude."

Was ist da passiert? Jesus hat sich von seinem Cousin Johannes dem Täufer im Jordan taufen lassen, wie Tausende vor und nach ihm. Aber diese eine Taufe ist nicht nach Schema F verlaufen. 

Jesus selbst hat wahrgenommen, wie der Geist Gottes taubengleich aus dem offenen Himmel kam und sich auf ihm niedergelassen hat. Und das war keine Halluzination. Johannes der Täufer hat genau dasselbe beobachtet, so berichtet das Johannesevangelium. Und die überirdische Stimme, die sich zu Jesus bekannt hat - die haben offensichtlich noch mehr Leute gehört als nur diese beiden. Eines der bestbezeugten Ereignisse im Leben des Mannes aus Nazareth. Der Sohn der Maria - hier, bei der Taufe, erklärt Gott: er ist auch mein Sohn. Er legitimiert damit Jesus und das, was er sagen und tun wird. Für Johannes den Täufer ist spätestens da klar: Sein Auftrag als Wegbereiter des Messias ist erfüllt, ab sofort übernimmt Jesus. Und viele Zeugen der Szene begreifen das ebenfalls. Ein paar junge Leute aus dem Umkreis von Johannes ziehen von da an mit Jesus. Mit dem Mann, der nicht mit Wasser, sondern mit dem heiligen Geist tauft. Das ist der entscheidende Unterschied. Darauf hat Johannes der Täufer selbst hingewiesen: Jesus ist die Hauptperson. An ihm führt kein Weg vorbei.  


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