/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Handwerksmeister und Herrenschokolade

Ich habe einen Kollegen, der begrüßt mich manchmal mit folgenden Worten: „Na, Meister!“. Dabei hat er ein schelmisches Grinsen auf den Lippen. Wo begegnet einem sonst noch dieses Wort? Im Handwerk natürlich. Hier ist der Meister derjenige, der eine entsprechende Prüfung abgelegt hat. Er darf andere Menschen in seinem Handwerkberuf ausbilden. Soviel zum Meister.

Kommen wir zu einer weitaus gängigeren Anrede eines Mannes: „Herr“. Werde ich von einem mir Unbekanntem respektvoll angeredet, so nennt er mich Herr Schier. Auf der Toilettentür steht „Herren“, und es gibt sogar eine Schokolade, die dieses Wort im Namen trägt.

Es gab Zeiten und Kulturen, in denen hatten die Meister und Herr Worte noch eine ganz andere, tiefere Bedeutung! Zur Zeit Jesu zum Beispiel vor 2000 Jahren! Jesus sagt im Johannesevangelium, Kapitel 13 folgenden Satz: „Ihr nennt mich Meister und Herr und sagt es mit Recht, denn ich bin’s auch.“  Wenn seine Jünger ihn „Herr“ nennen, ist das mehr als nur Respekt oder Ehrerbietung. Sie bezeichnen ihn viel eher als Herrscher – der Herr, der jeden anderen in den Schatten stellt. Ganz egal, welche weltliche Macht derjenige auch besitzt.

Das Wort „Meister“ war damals ein Titel der Achtung unter den Juden. Und nur einer durfte diesen Titel tragen. Die Erlaubnis, ihn tragen zu dürfen, war nicht etwa eine Prüfung wie im Handwerksberuf. Das Recht, als Meister bezeichnet zu werden, hatte Jesus durch seine Herkunft. Als Sohn Gottes war und ist er der Meister der Jünger gewesen. Die haben ihn Herr und Meister genannt, weil er es für sie war. Wer ist Jesus für Sie?

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