/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Danke, Gott!

Ulrike Schild über 5. Mose 8,12.14

Bibelvers

Wenn du nun gegessen hast und satt bist und schöne Häuser erbaust und darin wohnst [...], dann hüte dich, dass dein Herz sich nicht überhebt und du den HERRN, deinen Gott, vergisst, der dich aus Ägyptenland geführt hat, aus der Knechtschaft,

5. Mose 8,12.14

Vor dem Essen das Tischgebet nicht vergessen. So hieß es früher immer bei uns. Ich persönlich muss sagen: Ich kann das auch gar nicht mehr anders. Ich kann mir das Essen nicht einfach so reinschaufeln, ohne dass ich dafür ein Danke nach oben schicke. Ich mache das nicht nur, weil es mir in Kindheitstagen beigebracht wurde, sondern weil ich es tief im Herzen weiß: Alles, was ich habe, habe ich von Gott. Er ist mein Schöpfer und auch der Geber aller Gaben.
Der Gedanke mag für manche Menschen schwer nachvollziehbar sein. Doch die Geschichte Israels macht das deutlich. In 40 Jahren Wüstenwanderung haben die Israeliten genau das gelernt, nämlich was es heißt, von Gott und seinen guten Gaben abhängig zu sein. Aber nun liegt ein Land vor ihnen, in dem fließen angeblich Milch und Honig. Fruchtbare Böden, ein mildes Klima, Regen für zwei Ernten im Jahr, gute Weiden. Das verspricht Nahrung in Hülle und Fülle.

Aber das sollen die Israeliten nicht selbstverständlich nehmen. Und deshalb schärft Mose dem Volk ein: „Wenn du nun gegessen hast und satt bist und schöne Häuser erbaust und darin wohnst, dann hüte dich, dass dein Herz sich nicht überhebt und du den Herrn, deinen Gott, vergisst“. Offenbar eine tief sitzende Versuchung. Ist Gott ein Spielverderber? Gönnt er seinen Menschen das Gute nicht?

anz im Gegenteil: Er schiebt hier nur dem Vergessen einen Riegel vor. Denn das Vergessen macht gierig und stolz und egoistisch. Wer Danke sagt – fürs tägliche Brot, für die Arbeit, für das Dach überm Kopf, für den bekommt die Welt ein anderes Gesicht. Wer Danke sagt, für den bekommt Gott vielleicht überhaupt erst ein Gesicht. Wer dankt, der denkt drüber nach, von wem das alles kommt, was er hat. Nichts in dieser Welt ist selbstverständlich – da brauchen wir uns nur umschauen.

Alles ist ein Geschenk von oben. Danke, Gott!


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