/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Neues Leben

Wolf-Dieter Kretschmer über Jesaja 35,6

Bibelvers

Es werden Wasser in der Wüste hervorbrechen und Ströme im dürren Lande.

Jesaja 35,6

Ein vertrocknetes Flussbett ist kein schöner Anblick. Dort, wo vormals Wasser strömte, zeigen sich trockener Sand und Geröll. Die Natur kämpft mit dem Wassermangel. Pflanzen verwelken. Wenn dann die Sonne erbarmungslos vom Himmel sticht, verschärft sich der Durst nach Wasser.

Ein solche Situation hatte der Prophet  Jesaja vor Augen vor knapp 2800 Jahren. Aber da ist noch mehr. Jesaja sah, was Gott vorhat, und das fasste es in die Worte: „Es werden Wasser in der Wüste hervorbrechen und Ströme im dürren Land“, Jesaja 35,6.

Ich selber war noch nie in Israel gewesen, aber ich bin in den Tropen aufgewachsen. Genauer gesagt in der Sahelzone. Ich kenne neun Monate Trockenheit und drei Monate Regenzeit. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie sich schier endlos dauernde Trockenheit auf die Natur auswirkt und  wie sehr die Menschen den Regen herbeiwünschen. Regen bedeutet neues Leben, Wachstum, Früchte und irgendwann einmal Ernte.

Für Jesaja gibt es aber noch eine zweite Dimension. In meiner Bibel ist der Abschnitt überschrieben mit „das künftige Heil“. Gottes Heil kommt zu seinem Volk. Was passiert, erinnert  an Wasser, das in der Wüste hervorbricht. Mit einem Mal entsteht eine neue Lebensgrundlage. Alles, was vorher kaputt war, wird heil. 

Was Jesaja auf Israel bezieht, will Gott auch in meinem Leben möglich machen. Er will die „Trockenheit“  meiner persönlichen Wüste mit Wasserströmen fluten und mir so Heil und ein neues Leben schenken. 


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