/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Zeichen setzen

Andreas Odrich über Jesaja 43, 10

Bibelvers

Ihr seid meine Zeugen, spricht der HERR, und mein Knecht, den ich erwählt habe, damit ihr wisst und mir glaubt und erkennt, dass ich's bin. Vor mir ist kein Gott gemacht, so wird auch nach mir keiner sein.

Jesaja 43, 10

„Kannst du mir bitte mal über die Schulter spucken.“ Das hat mich mal ein Musiker gefragt vor einem Bühnenauftritt bei einem Straßenfest. Unter Künstlern durchaus üblich. Denn wenn man sich gegenseitig über die Schulter spuckt, dann gelingt der Auftritt besonders gut. Angeblich.

Ich kann da nicht mit. Und deshalb habe ich „Nein“ gesagt und einfach hinzugefügt. „Aber ich kann für dich beten.“ Dann verloren wir uns aus den Augen.

Einige Jahre später trafen wir uns unvermutet wieder. Er zeigte mit dem Finger auf mich: „Du hast damals für mich gebetet.“ Er meinte das positiv. Mein Angebot, für ihn zu beten, wäre ihm lange nicht mehr aus dem Kopf gegangen.   

„Ihr seid meine Zeugen, spricht der HERR.“ So heißt im Buch des Propheten Jesaja. Gott ruft sein Volk dazu auf, anderen vom eigenen Glauben und Vertrauen zu erzählen.

Ich habe damals aus meiner Begegnung gelernt: Ein kleines Gebet in einer ungewöhnlichen Situation ist so eine Möglichkeit. Es muss nicht immer die große Kampagne sein. Oftmals ist es eher die kleine persönliche Geste, wenn ich meinen Glauben selbstverständlich lebe und damit nicht hinter dem Berg halte. Jeder muss für sich selbst entscheiden, was ihm mehr liegt und was zum ihm passt – aber der Alltag bietet viele Möglichkeiten, Zeuge zu sein. Dazu gehört auch ein kleines, unvermutetes Gebet.


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