/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Ehre, wem Ehre gebührt

Wolf-Dieter Kretschmer über Jesaja 42,8

Bibelvers

Ich, der HERR, das ist mein Name, ich will meine Ehre keinem andern geben noch meinen Ruhm den Götzen.

Jesaja 42,8

„Ehre wem Ehre gebührt“, heißt es in einer Redewendung. Wir meinen damit, dass jemand, der etwas geleistet hat, dafür Wertschätzung erfahren sollte. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen sportlichen Erfolg, eine besondere Tat oder eine akademische Leistung handelt.

„Sich mit fremden Federn schmücken“ ist demnach genau das gegenteilige Verhalten: Ich vermittle den Anschein, als hätte ich etwas geleistet ohne es tatsächlich getan zu haben. Zurecht ist die öffentliche Entrüstung groß, wenn mein Fehlverhalten auffliegt. Ich habe ja fälschlicherweise Ehre beansprucht.

Im Alten Testament lässt Gott durch den Propheten Jesaja ausrichten: „Ich, der Herr, das ist mein Name, ich will meine Ehre keinem anderen geben noch meinen Ruhm den Götzen“ (Jesaja 42,8)

Warum sollte Gott Ruhm und Ehre mit hölzernen oder steinernen Götzen teilen? Warum sollte der lebendige, dynamische und beziehungsorientierte Herr des Himmels sich auf eine Stufe stellen lassen mit toten Steinen oder kunstvoll geschnitzten Hölzern?

Ehren kann man nur eine Person, die etwas geleistet hat. Steine leisten nichts.

Götzen sind nichts anderes als Projektionsflächen menschlicher Wünsche. Neben der Tatsache, dass sie tot sind, ist das ein wesentlicher Unterschied zum lebendigen Gott: Gott offenbart sich mir. Er teilt mir seinen Namen mit. Er lässt mich wissen, wer er ist, der Herr. 

Und ich? Ich richte mich danach, denn Gott alleine gebührt meine Achtung, meine Liebe, meine Anbetung.   


Reaktion an den Autor ist über das Kontaktformular möglich.

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren