/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Ein ungewöhnliches Gebet

Elke Drossmann über Psalm 6,2

Bibelvers

Ach HERR, strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in deinem Grimm!

Psalm 6,2

Dieser Psalm ist nichts für zarte Gemüter. Auch kein Lied für Menschen mit einem stark ausgeprägten Gewissen.

Auch wer zu Depressionen neigt, sollte jetzt lieber weghören - er ist ebenfalls nicht gemeint.

Der Psalm 6 ist für Menschen gedacht, die Gott wach rütteln muss. Menschen, an denen seine Worte bereits abgeprallt sind. Die das Klopfen Gottes an ihrer Herzenstür nicht gehört haben. Wo Gott einen Zahn zulegt, um sich Gehör zu verschaffen.

Der Psalmdichter und Beter David erlebte vor 3000 Jahren Situationen, in denen er spürte: Jetzt wird es eng. Wenn das so weiter geht, findet er sich unter den Toten wieder statt unter den Lebenden. David hat das Erlebte mit Gottes Handeln in Verbindung gebracht. David kannte Gottes Vergebung, seine Güte - doch jetzt lernt er eine andere Seite Gottes kennen und deshalb betet er:

„Ach Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in deinem Grimm.“ (Psalm 6, 2)

Vielleicht ist diese Sichtweise ungewohnt. Erst recht für einen Christen. Doch wenn David es schafft, zu merken, es wird rauh und sich nicht in Vorwürfen Gott gegenüber verliert, sondern auf Spurensuche geht und sich fragt: was hat das mit mir zu tun und was hat das alles mit Gott zu tun - dann kann ich mir heute David zum Vorbild nehmen.

David ergibt sich nicht in sein Schicksal - sondern er bittet Gott, von seinem Zorn abzulassen und seine Güte zu zeigen. Solche Bitten sind mir auch möglich.


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