/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Den Mund voll genommen

„Es ist wohl besser, wenn du Zeitung auslegst, damit beim Anmalen der Wand nicht der ganze Teppich durch farbige Tropfen versaut ist.“ So oder so ähnlich sprach meine Mutter und ging aus meinem Zimmer. Ich sagte „ja, mach ich.“ Und tat wenige Tage später das Gegenteil. Meine Mutter sah’s, kam wieder, sagte es eindringlicher und ging. Ich gelobte Besserung und … tat wieder das Gegenteil. Es war gar nicht so, dass ich es bewusst und mit voller Absicht getan hätte. Ich hielt es später aus irgendeinem Grund nicht mehr für allzu wichtig oder vergaß es schlichtweg.

Bei der eigenen Mama und ein bisschen Farbe hält sich das ganze ja noch in Grenzen. Was, aber wenn Gott persönlich seinem Volk einen Haufen Anweisungen und Gesetze gibt, die heute ganze Seiten der Bibel füllen? Die Reaktion des Volkes klingt vollmundig. Die sagen nämlich zu Mose – dem Überbringer der Gesetze: „Alles, was der Herr gesagt hat, wollen wir tun und darauf hören.“ 

Meine Reaktion: da haben die sich aber viel vorgenommen. Und der weitere Verlauf der Geschichte zeigt, dass sie es mehr als einmal nicht geschafft haben, sich an ihre Zusage zu halten. Trotzdem finde ich die Aussage vom Volk Israel gut, denn sie zeigt: Sie wollen das schaffen! Sie sehen den Sinn hinter all den Gesetzen und sind bemüht daran, sie zu halten. Das ist doch gut, oder?

Schließlich hat Gott sich nicht von ihnen abgewandt, obwohl sie Versprechen missachtet und Fehler gemacht haben. Manchmal mussten sie allerdings auch die entsprechenden Konsequenzen tragen.

Nach dem dritten Mal Farbe auf dem Teppich, dufte ich ihn dann übrigens auch eigenhändig wieder sauber schrubben. Aber von mir abgewandt hat sich meine Mutter deswegen bis heute nicht.

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren