/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Das Wohl des anderen im Blick

Bibelvers

Ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.

Philipper 2,4

Er war ein netter Kerl, ein prima Kumpel – und ein ziemlich helles Köpfchen. Und als unser Deutschlehrer ihm dennoch eine mündliche 4 attestierte, da gingen wir auf die Barrikaden. Die Begründung für die Note: Unser Klassenkamerad stotterte!

Bis zum Schulleiter brachten wir es mit unserem Protest. Und unser Klassenlehrer staunte über den Haufen Individualisten, die da plötzlich an einem Strang zogen.

Gut, gekostet hat uns das ganze nichts. Wir waren einfach nur Zeuge einer großen Ungerechtigkeit geworden und haben ein bisschen auf den Busch geklopft. Trotzdem denke ich: Wenn das möglich ist, dann müsste doch auch der folgende Wunsch von Paulus, dem großen Theologen der ersten Christenheit, umsetzbar sein:

Denkt nicht an euren eigenen Vorteil, sondern an den der anderen, jeder und jede von euch!

Menschen, die Jesus Christus nachfolgen, können selbstlos handeln. Denn sie wissen: Gott sorgt bereits für mich. Also muss ich nicht auf meinen Vorteil schielen.

Ein Gedanke, der so einfach und klar ist! Und doch bleibt er bei mir im Alltag so oft auf der Strecke. Weil ich den anderen eben doch wieder als meinen Konkurrenten betrachte – und nicht als das, was er wirklich ist: ein von Gott geliebter Mensch.

Ich bin sicher: Mein früherer Schulkamerad ist auch ohne Glanznote in Deutsch seinen beruflichen Weg gegangen. Ich hoffe, dass ich mich an ihn erinnere, wenn ich wieder mal nur meine eigenen Schäfchen ins Trockene bringen will.

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