/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Liebe üben statt Recht haben

Andreas Odrich über 1. Kor. 16,14

Der Apostel Paulus ist wirklich jemand, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Wer sich an ihn wendet, der muss mit einer glasklaren Auskunft rechnen. So ergeht es auch der christlichen Gemeinde in Korinth. Sie hat einige Probleme, die die Gemeinde fast zerreißen, weil es unteschiedliche Auffassungen dazu gibt. So wendet man sich an den führenden Geistlichen Paulus und bittet um Erklärungshilfe.

Und der verfasst einen langen Brief, in dem er genaue Handlungsanweisungen erteilt mit klaren Prinzipien.

Bemerkenswert finde ich, wie der Apostel seinen Brief abschließt. Er schreibt nämlich nicht, wie man vielleicht erwarten könnte: "Und jetzt haltet euch bitte an meine Anweisungen". Sondern Paulus schreibt: "Alles, was ihr tut, soll von der Liebe bestimmt sein."

Ich bin Paulus für diese Einladung zur Liebe sehr dankbar. Paulus zeigt, dass es in Konfliktfällen nicht darauf ankommt, Recht zu haben und auf der richtigen Seite zu stehen. Er wünscht sich, dass sich die Konfliktparteien auf Augenhöhe begegnen. Und mehr noch, einer soll den anderen achten und die Liebe zu ihm nicht aus den Augen verlieren.

Ich persönlich empfinde das als große Herausforderung. Auf dem hohen Ross oder in selbst ausgehobenen Gräben lebt es sich leichter. Dem anderen in Liebe zu begegnen, heißt immer auch sich selbst in Frage zu stellen und demütig zu bleiben. Mache ich das immer gerne? Naja, da könnte ich Ihnen viel über mich erzählen... Umso dankbarer bin ich, dass Paulus seine Leser und damit auch mich ausdrücklich darauf hinweist: Wir sind nicht zum Recht haben berufen, sondern dazu, uns auch in Konflikten in Liebe und Respekt zu begegnen.


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