/ Anstoß - Gedanken zum Tag

In diesem Fall ist Reden Gold

Bibelvers

Wir können’s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.

Apostelgeschichte 4,20

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, sagt der Volksmund – übrigens nicht nur in Mitteleuropa und nicht nur auf Deutsch. Dieses Sprichwort kennt man in vielen Kulturen dieser Erde und in verschiedensten Sprachen. Es ist steinalt; schon im Altertum hat man Geschwätzigkeit als lästig empfunden, ganz anders als wohl überlegte, gezielt eingesetzte, aber sparsam sortierte Gedanken.

Und das Sprichwort ist hochaktuell. Noch nie in der Menschheitsgeschichte wurde so viel geplappert und gezwitschert, gab es so viel Lustiges zu teilen und so viel Interessantes zu liken. Es gab aber wohl auch noch nie in der Menschheitsgeschichte so viel überflüssiges Geblubber, soviel dummes Geschwätz wie heute. Dagegen hilft oft nur der Netzschalter am elektronischen Zerstreuungsgerät oder die Mute-Taste an der Fernbedienung. Schweigen ist Gold. Sinnfreies Gerede dagegen ist höchstens Blech.

Ausnahmen bestätigen die Regel. Es gibt durchaus Fälle, da ist Reden Gold. Gute Nachrichten müssen unters Volk. Lösungen und Rettungswege gehören nicht verschwiegen, sondern weitererzählt und publik gemacht.

Schweigen wäre sträflich gewesen für die Wegbegleiter und Anhänger des Wanderpredigers Jesus von Nazareth, nachdem sie erlebt hatten, dass er von den Toten auferstanden war. Unglaublich, aber wahr. Das konnten sie nicht für sich behalten. Folglich haben sie auch einen Maulkorberlass der Behörden ignoriert. Wörtliche Begründung: „Wir können's ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.“ Die Konsequenzen haben sie in Kauf genommen. 

Manchmal ist Reden eben doch Gold. 

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