/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Keinen Krieg in unseren Köpfen

Andreas Odrich über Jesaja 61,6

Bibelvers

Ihr sollt Priester des Herrn heißen und man wird euch Diener unseres Gottes nennen.

Jesaja 61,6

Wie lange dauerte der 30-jähirge Krieg? Aus meiner Sicht ist dies leider keine Scherzfrage. Zwar dauerte er militärisch gesehen genau 30 Jahre, von 1618 bis 1648, und er wurde mit dem westfälischen Frieden zu Münster beendet. Doch der Krieg in den Köpfen ging weiter. Die Differenzen zwischen evangelischen und katholischen Christen hielten an. Und selbst Menschen, die heute gerade mal um die 50 Jahre alt sind, können darüber berichten, dass es die katholische Großmutter überhaupt nicht gut fand, dass ihr Sohn „eine Evangelische“ heiraten wollte oder umgekehrt.

Dies Beispiel zeigt: Was auf dem Papier nach schwerem Ringen besiegelt wurde, ist in den Köpfen noch lange nicht klar. Doch genau darüber müssen wir uns im Klaren werden. Denn die Konsequenz hat eine immense Tragweite. So hat sich bei vielen Menschen, die dem Glauben kritisch gegenüber stehen, festgesetzt:

Religion taugt nicht für das Zusammenleben, und schlimmer noch, sie ist sogar die Ursache für viele Konflikte zwischen Völkern und in Familien. Was für ein Armutszeugnis, für das auch wir Christen verantwortlich sind. Dabei haben wir doch eine ganz andere Aufgabe. Schon der Prophet Jesaja fordert das Volk Gottes vor 2.700 Jahren dazu auf: „Ihr sollt Priester des Herrn heißen und man wird euch Diener unseres Gottes nennen.“

Damit das aber gelingen kann, ist das Volk Gottes dringend dazu aufgefordert, ein untadeliges Zeugnis zu geben. Das Volk Israel war Gott abtrünnig geworden und musste zur Strafe durch schwere Leidenszeiten der Babylonischen Gefangenschaft gehen, bevor Gott es wieder erlöste. Wir heute können mit diesem Wissen und dem Erfahrungsschatz unserer Vorfahren ganz anders handeln und dem Krieg in unseren Köpfen erst gar keinen Raum geben. Denn schließlich sollen wir Gottes Priester sein, also Boten seiner Liebe und seines Friedens.


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