/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Selbstverständlich!?

Elke Drossmann über Psalm 130, 4

Bibelvers

Bei dir ist die Vergebung, dass man dich fürchte.

Psalm 130,4

"Das ist doch selbstverständlich" -  sage ich schon mal, wenn sich ein Kollege bei mir für ein offenes Ohr bedankt. Für mich zumindest ist es das. Er hat es wohl auch schon anders erlebt, deshalb sein ausgesprochenes Danke!
"Das ist doch selbstverständlich, dass Gott Sünden vergibt. Dazu ist er doch da. Ein liebevoller Gott ist so." - diese Meinung ist mir im Gespräch schon öfter begegnet. Ich möchte eine andere Meinung dagegen setzen: die eines erfahrenen Beters, der im Gespräch mit Gott die Erkenntnis gewonnen hat: Selbstverständlich ist Gottes Vergebung keineswegs.

Selbstverständlich registriert Gott meine Schuld und die des Volkes, zu dem ich gehöre. Gott bringt meine Schuld mit mir in Verbindung, wenns drauf ankommt. Vergebung ist keine Methode, der Gott sich in regelmäßigen Abständen bedient, um mein Schuldkonto zu löschen. Kein automatisierter Ablauf.

Gott vergibt, wenn sein Herz angerührt wird. Wenn ich ihn wie der erfahrene Beter von vor gut 2800 Jahren bitte: "Vergib mir."  Nicht in einem Nebensatz: "Ach Gott, da ist noch Schuld, du kümmerst dich doch?" Dann bin ich die Chefin, die Gott eine Anweisung erteilt. Das ist nicht die Haltung, auf die Gottes Herz anspricht. Sondern die: "Ich weiß, ich bin zutiefst verloren, bitte vergib mir."

Der erfahrene Beter hat in Psalm 130, Vers 4 diese Haltung so auf den Punkt gebracht:

"Bei dir gibt es Vergebung, damit die Menschen dir in Ehrfurcht begegnen."

So in der Bibel, im Alten Testament zu finden.


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