/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Gott behüte dich

Bibelvers

"Und gleichwie ich über sie gewacht habe, auszureißen und einzureißen, zu verderben und zu zerstören und zu plagen, so will ich über sie wachen, zu bauen und zu pflanzen, spricht der HERR."

Jeremia 31,28

Da stellt jemand im Internet die Frage: „Hallo, wenn mir jemand sagt ‚Gott wacht über dich!‘, wie ist das dann gemeint? Ich habe dieses als Kompliment erhalten und bin nicht sicher, wie ich damit umgehen soll.“ Darauf antwortet jemand anders folgendes: „Das ist so gemeint wie beim Überwachungsstaat: die sehen und hören alles, was du sagst. Und genau das tut Gott. Wie eine Kamera, die auf jeden gleichzeitig gerichtet ist, überwacht er dich. Und wenn du etwas Böses tust, wird dein Name von der Liste gestrichen und du kommst ins Fegefeuer. Das bedeutet „Gott sieht alles, was du machst.“ Also: aufgepasst."

Jemand anderes schreibt: „Gott behüte dich“ oder „Behüte dich Gott“ -  das ist nur eine abgedroschene Floskel, sonst nichts." Noch jemand anderes schreibt ähnliches: „Gott hat nichts anderes zu tun, als nur über dich zu wachen, damit du keinen Mist machst. Und wenn, dann merkt er sich das, und du bekommst Ärger.“

Für mich ist der Begriff: „Gott behüte dich“ positiv besetzt. Das hängt schon mit einer Kindheitserfahrung zusammen. Meine Mutter hat, wenn ich früher in der Nacht Angst hatte oder nicht einschlafen konnte, an meinem Bett gesessen und auf mich aufgepasst. Ich wusste, sie hält Wache; sie ist da. Ich kann beruhigt sein.

Für mich ist das ein schönes Bild, auch um zu wissen: Gott wacht auch über meinem Leben. Ich weiß, dass es sein Herzenswunsch ist, dass mir nichts passiert. Er will mich behüten.

Ich weiß aber auch, dass ich oft eigene Wege gehe und Gott mich gewähren lässt. Und wenn ich dann jämmerlich am Boden liege und total platt bin - wacht Gott immer noch über meinem Leben. Es ist wie bei dem Eheversprechen: „In guten und in schlechten Zeiten“ zusammen zu halten.

So ist Gott mit seinem Volk Israel auch umgegangen. Er hat sie bewacht, aber nicht wie bei einem Überwachungsstaat, um ihnen hinterher eins rein zu würgen, sondern mit den Augen der Liebe. Das wird daran deutlich, dass Gott seinem Volk immer wieder eine neue Chance gegeben hat. So wie er es auch bei uns tut. Der große Horizont heißt: "Liebe". Wer die einmal gespürt hat in seinem Herzen, weiß, was für ein Glück es ist, dass Gott ein Auge auf uns hat.

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