/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Verstecken funktioniert nicht

Bibelvers

Du, Herr, bist gerecht, wir aber müssen uns alle heute schämen.

Daniel 9,7

„Eckstein, Eckstein, alles muss versteckt sein!“ – ein Kinderspiel, das Erinnerungen weckt an alte Zeiten. Ich als Knirps, der sich in der Küche die Hände vor die Augen hält und fest glaubt, dass niemand ihn sieht. Irgendwie hat meine Mutter mich immer gefunden. Wie, das war mir lange ein Rätsel. Verstecken spielen – ein Kinderspiel. Aber auch viele Erwachsene spielen noch gerne Verstecken. Zum Beispiel dann, wenn man Mist gebaut hat, ein Geheimnis nicht für sich behalten konnte, falsche Gerüchte verbreitet hat. Auf frischer Tat ertappt? Wer will da nicht vor Scham im Boden versinken, wie man so schön sagt.

Sich verstecken – der Wahrheit nicht ins Auge blicken müssen. Manch einer wünscht sich da den Trick aus der Kindheit wieder zurück und mancher Erwachsene lebt scheinbar heute noch so: Hand vor die Augen – schon sieht mich keiner mehr und ich muss nicht gerade stehen für den Mist, den ich gebaut habe. Das Problem ist nur: Das funktioniert nur so lange, wie die anderen das Spiel mitspielen. Menschen sind da manchmal sehr rücksichtsvoll, lassen „Fünfe gerade sein“, wie man so schön sagt. „Schwamm drüber.“ So billig kommt man nicht immer davon. Vor allem nicht da, wo es um echte Gerechtigkeit geht.

Gott ist gerecht. Wehe dem, der sich mit ihm anlegt – das musste schon Daniel erkennen, der Prophet im Alten Testament. Er wusste, dass Gott es nicht ungestraft lässt, wenn man ihn betrügt und hintergeht. „Du, Herr, bist gerecht, wir aber müssen uns alle heute schämen.“ So bringt es der Prophet klar und einfach auf den Punkt. Gott ist gerecht – ich muss mich schämen. Gut, dass Daniel das so bekennen kann und gut zu wissen, dass es dabei nicht bleibt. Scham – das ist nichts anderes als Selbsterkenntnis: Ja, ich bin Sünder. Und: Gotteserkenntnis. Ja, Gott ist gerecht. Und ja: Gott ist gnädig. Versteckspielen hilft nicht. Ein klarer Blick, ein klares Bekenntnis: Ja, ich wars, ich bin schuld. Und über allem die Gnade Gottes.

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