/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Dagegen ist kein Kraut gewachsen

Bibelvers

Wenn ihr doch heute auf seine Stimme hören wolltet: »Verstocket euer Herz nicht.«

Psalm 95,7–8

Gegen viele Befindlichkeiten ist ein Kraut gewachsen. Vergrätzte und verschnupfte Seelen können sich wieder einkriegen. Verstiegene oder versponnene Träumer kommen zumeist von selbst wieder runter auf den Boden der Tatsachen. 

Bei Verstockung liegt der Fall anders. Das ist so ziemlich die schlimmste Diagnose, die man in Bezug auf einen Menschen stellen kann: Verstockt. Würde der Patient den Herrn oder die Frau Doktor fragen: „Ist es etwas Ernstes?“ –dann müsste die Antwort lauten: „Bitterernst. Aber das wissen Sie selbst am besten.“ Denn Verstockung ist ein Krankheitsbild, dazu hat der Patient selbst gehörig beigetragen. Ähnlich wie der Kettenraucher zum Lungenkrebs oder der Designerdrogenkonsument zum Herzklabastern.

Verstockung – dieses Leiden ist keine Erfindung der Neuzeit, gibt es nicht erst in der Moderne. Die Diagnose „Verstockt“ ist schon mindestens seit 2 ½ tausend Jahren belegt. Im Liederbuch Israels zum Beispiel, in den Psalmen, da findet sich in Psalm 95 die Aussage: „Wenn ihr doch heute auf Gottes Stimme hören wolltet: „Verstockt eure Herzen nicht.“ Welche Symptome Verstockung auszeichnen und woran man die daran Leidenden erkennt, das wird zweieinhalb Sätze später erklärt. Da heißt es nämlich über die Verstockten: „Es sind Leute, deren Herz immer den Irrweg will und die meine Wege“ – sprich: Gottes Wege – „nicht lernen wollen.“

Verstockung ist also Willenssache und kein Schicksal. Wen dieses Leiden befällt, der oder die kann durchaus etwas dran drehen. Muss das allerdings auch wollen. Das ist das Mindeste. Und die Aussicht, Gottes Wege kennen zu lernen, sollte eigentlich ein starker Anreiz dafür sein.

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