/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Mut, der Wahrheit in Auge zu schauen

Wolf-Dieter Kretschmer über Jesaja 59,12-13

Bibelvers

Unsre Abtrünnigkeit steht uns vor Augen, und wir kennen unsre Sünden: abtrünnig sein und den HERRN verleugnen.

Jesaja 59,12–13

Der Prophet Jesaja bringt auf den Punkt, was vielen im alten Israel schmerzhaft bewusst ist. Trotz Tempel und äußerer Frömmigkeit ist es so weit gekommen: Gott steht nicht an erster Stelle im Leben und Glauben seiner Leute. Wahrscheinlich ist das nicht plötzlich gekommen, sondern ein langsamer Prozess gewesen. Mit der Zeit ist Anderes einfach wichtiger geworden war.

Jesaja sagt es mit diesen Worten: „Unsere Abtrünnigkeit steht uns vor unseren Augen, und wir kennen unsere Sünden: abtrünnig sein und den Herrn verleugnen“, Jesaja 59,12-13.

Jesaja kleidet in unzweideutige Worte, was er und seine Leute nur zu genau wissen: Wir sind abtrünnig geworden. Wir haben Gott verleugnet. Mit anderen Worten: Wir sind nicht mehr auf dem Weg mit Gott. Wir haben uns von ihm abgewendet.

Ein kritischer Blick ins eigene Leben macht deutlich: Das kenne ich nur allzu gut. Immer wieder gibt es Zeiten, in denen ich eigene Wege gehe. Nicht weil ich mich bewusst von Jesus abwende. Nein, bei mir ist es oft ein schleichender Prozess.

Deshalb wünsche ich mir den Mut zur ungeschminkten Wahrheit. Wenn es bei mir das nächste Mal soweit ist, dass Gottes Belange nicht mehr im Zentrum einer Aufmerksamkeit stehen:

Dann will ich innehalten, genau hinschauen, aussprechen, was nicht in Ordnung ist und von meinen falschen Wegen umkehren. So, wie Jesaja das zum Ausdruck brachte. 


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